Von der Insel Cres über Opatija nach Hause

Unsre wenigen aber sehr entspannenden Tage auf der wirklich grünen Insel Cres gingen dem Ende entgegen. Wir wollten zum Verlassen der Insel die zweite, Fähre  von Porzina auf das Festland benutzen.

Da wir relativ lange Wartezeiten befürchteten,  versuchten wir möglichst früh loszufahren, hatten die Koffer schon teilweise vorgepackt und verstauten alle Habseligkeiten im Auto. Die Insel Cres ist für Olivenöl bekannt, daher hatten wir einige Flachen dieses Naturproduktes dabei. Diese Flaschen sollten die Heimfahrt gut überstehen, daher waren wir beim Verstauen dieser Flaschen doch vorsichtig.

Auf der  D 100,  die einzige breitere Straße auf der Insel waren wie immer mit einige Wohnmobile und Wohnwagen – Gespanne unterwegs, überholen Fehlanzeige. Wir bewunderten noch einmal die vielen Buchten, den großen Felsen neben der Straße, die Olivenhaine und dann waren wir  endlich in der Nähe der Fähre, eine endlos wirkende Warteschlange, wir stellten uns auf eine längere Wartezeit ein. Ich marschierte in Richtung   Kassa, auch da eine weitere Warteschlange, zu meiner Überraschung befand sich ein Fährschiff im Hafen. Niemand durfte an Bord. Keine Bewegung in der Schlange der wartenden Autos, hinter unsrem Auto  reihten sich zahllose Autos an. Claudia versuchte den Zeitplan der Fähre zu finden , gegen 10 Uhr sollte  eine Fähre abfahren, und etwa 10 Minuten vor der geplanten Abfahrt sahen wir massive Bewegung am Hafen. Wie Bienen aus ihrem Stock schwärmten Autos vom Hafenbereich auf der Gegenfahrbahn der Straße in Richtung Cres. Plötzlich bewegte sich auch die Autoschlange vor uns, als wir uns dem Hafen näherten, erkannten wir warum wir so lange warten mussten, Ein riesiges Schiff lag vor uns, wir wurden sogar ganz genau eingewiesen, bis auf zwei Autos kamen wir alle an Bord und dann gings auch schon los. Heftiger Wind machte die etwa 20 Minuten dauernde Überfahrt für Chillie etwas mühsam, ein zweiter großer Schäferhund am Schiff war wesentlich entspannter, der wurde aber mit Leckerlis vollgestopft, na ja.

Auch die Abfahrt von der Fähre war bestens organisiert, die Warteschlange für die Überfahrt, an der wir dann vorbeifuhren , war etwa drei Mal so lang, wie jene in der wir vor der Überfahrt standen, so schnell würden diese Urlauber nicht auf die Insel kommen.

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Anlegestelle der Fähre

Der Weg nach Opatija führt entlang der Küste, wunderbare Landschaft, kurvenreiche Straße, vor uns ein wirklich langsamer Autofahrer, der sich vor jeder Kurve zu fürchten schien,  die Fahrt nach Opatija sollte länger als geplant dauern.

Endlich angekommen, suchten und  fanden wir einen Parkplatz, 5 Kuna für eine Stunde parken war keine Unsumme, die Straße relativ steil bergab führte , uns direkt ins Zentrum, ein Cafe mit wunderbarem Eis, eine kleine Runde durch die K & K Kurstadt, ein Stück entlang der Promenade, vorbei an eleganten Hotelanlagen zu einem einladenden Park . Hund erlaubt ? Kein Verbotsschild am Eingang , wir schlenderten durch den Park, viele Vierbeiner mit Besitzern ebenso,  Bananenstauden , Kakteen, Palmen, ja wir waren noch am Meer, unser Blick streifte noch einmal das Mittelmeer, gedankenversunken schaute ich  in die Umgebung, oh , ein starkes Ziehen an der Leine, manchmal  vergesse ich schon, dass wir eine nicht immer brave Hündin mit haben, Der Grund für das Ziehen ein schöner Boxerrüde, mit italienischen Besitzern, wir tauschen ein Lächeln aus, die beiden Hunde beschnoffelten einander und es hätte wahrscheinlich eine tollte Hundefreundschaft werden können, leider fehlte die Zeit. Wir wollten zurück zum Auto, beim Ausgang eine nette Überraschung, keine Hunde im Park erlaubt, aber im Süden sind diese Vorschriften offensichtlich nicht so streng, schließlich war es im  Park schattig  und in einer Stadt sind solche Plätze im Sommer ideal.

Ohne große Orientierungsschwierigkeiten fanden wir unser Auto wieder, stellten fest, dass abseits der Hauptstraßen die Häuser wesentlich abgewohnter aussehen und setzten unsere Heimreise fort, ein letzter Blick aufs Meer, wir planen weitere Tage am Meer, nur wann ist noch nicht ganz klar. Relativ lange fuhren wir über Landstraßen in Slowenien dahin , ehe wir auf die Autobahn auffahren konnten , die wir dann bis fast nach Hause benutzten. Eine kurze Kaffeepause nach Graz und dann die schon recht gut bekannte Route nach Hause.

Die Wäsche in die Waschmaschine, Claudia hatte am nächsten Tag wieder Dienst und für den Nachmittag hatte ich die Brennstoffanlieferung geplant, keine Zeit zum Ausruhen, aber dafür waren die Tage auf der Insel da , dort haben wir wirklich einige erholsame Stunden genossen, meinen die ladysontour.

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Erste Orientierungsversuche auf Cres

Die abendlichen Recherchen haben einen Besuch von Lubenice, einem wirklich alten kleinen Ort über eine angeblich tollen Bucht, den Versuch den Vrana See zu fotografieren und den Besuch eines Hundestrandes auf einem hundefreundlichen Campingplatz ergeben.

Da es nicht allzu viele größere Straßen auf der Insel gibt, war das Auffinden der notwendigen Abzweigung kein Problem, das alte Dorf an einer Anhöhe war auch von weitem zu sehen, die asphaltierte Straße war gut beschildert, nur war es ein echtes Auf und Ab 13 % Steigung, 10 % Gefälle, Serpentinen ohne Ende, Claudia liebt diese Art von Herausforderung, die möglichen Ausweichen versuchte sie sich einzuprägen, die Straße war die letzten 5 km von kleinen Steinwänden begrenzt, und war gerade breit  genug für unseren Seat wenn uns Autos entgegen kamen hatten wir Gott sei Dank immer in der Nähe einer Ausweichstelle, Zurückschieben bei 10 % Gefälle oder Steigung ist nicht gerade ein Vergnügen. Der kleine Ort ist mit Autos nicht zu befahren, ein kleiner Parkplatz vor dem Eingang war schon fast zugeparkt, wir fanden gerade noch einen Platz und dann eroberten wir diesen wirklich netten Ort. Die am Meer liegenden Buchten könnte man über Fusswege erreichen, aber der Ausblick von oben genügte. Eine sanfte Brise vom Meer machte die noch immer recht hohen Temperaturen erträglich und so durchstreiften wir die wenigen engen Gassen, sogar für Fahrräder fast zu schmal, genossen die wirklcih sehenswerte Aussicht und erkundigten uns, bei der sehr freundlichen Kellnerin in der Taverne, wie man den Vrana See sehen konnte.

Der Ort Vrana war  der passende Hinweis, wir erreichten diesen auch bald nachdem wir uns wieder durch die enge Landesstraße durchgequält hatten und nach einigen Fotos , der See ist das Trinkwasserreservoir der Insel und daher unzugänglich, versuchten wir den Ort des Hundestrandes zu finden.

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Der Süßwassersee auch Vrana See genannt

Gar keine leichte Aufgabe, aber mit viel Erfahrung fanden wir dann die passenden Hinweise. In einer wirklich sehenswerten Bucht liegt ein hundefreundlicher Campingplatz mit mehreren Hundeständen, Hundeduschen und daher jede Menge freundlicher Vierbeiner. Wieder waren nicht alle nach  Chillies Nase als Spielkameraden einzuordnen, sie musste einige der Artgenossen verbellen, na ja, aber ein italiensicher Jagdhund wäre wieder einmal ein Romeo für unsere Julia ( Chillie) Winseln unter beiden Tischen, Angebetete und Angebeteter waren sich einig, sie fanden sich wirklich anziehend. Schade, dass wir nach Hause wollten, die beiden hätten sich sicher noch stundenlang angewinselt. Wir waren uns einig, unsere Hündin hat eine echte Schwäche für Jagdhunde.

Der Rückweg war problemlos, wir fanden sogar eine offene Tankstelle. Den Weg zur Ferienwohnung kam uns schon sehr bekannt vor. In der Ferienwohnung angekommen, bereiteten wir ein schnelles Mittagessen und genossen, die Abkühlung durch die wenigen Regentropfen, die  der Natur der Insel unendlich gut getan haben. Nach einer ausgiebigen Rast sollte es dann in Richtung Beli weitergehen, die südliche Hälfte der Insel soll auch noch einiges bieten, wir werden es am Abend entdecken, meinen die ladysontour.

Auch bei Regen ist der Hintersee bei Mittersill einen Besuch wert

Das angekündigte frühe Aufstehen hat sich für alle gelohnt, wunderbare frische Eierschwammerl waren die Beute des Gassi Gehens mit Chillie im angrenzenden Wald. Wir verspeisten die Pilze gleich zum Frühstück.

 

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Selbst gesamelte Eierschwammerl ( Pfifferlinge)

Da es wie unentwegt wie aus Eimern schüttete genossen wir ein wirklich gemütliches Frühstück und überlegten lange und intensiv, was wir an diesem Vormittag unternehmen sollten. Der Hintersee bei Mittersill kam als vernünftige Lösung in Betracht und so machten wir uns auf den Weg. Wie fast schon üblich war auch zum Bergsee eine enge Bergstraße zu überwinden. Die Anfahrt war aber schon sehr beeindruckend, an vielen Stellen rauschten kleine Wasserfälle ins Tal. Für diese kleinen Bäche war der Regen der letzten Tage ein Segen. Wir parkten das Auto, die Regenjacken waren Gott sei Dank griffbereit, es regente wirklich heftig. Wir waren mit Bergschuhen und warmen , wasserdichten Jacken ausgestattet, uns machte das Wetter nichts, aber die anderen Touristen, die dieses Naturjuwel ebenfalls besuchten waren mit Turnschuhen und Regenschirmen eindeutig im Nachteil. Deutsche Staatsbürger mit eindeutigem Migrationshintergrund waren offensichtlich vom Regen überrascht, aber wanderten tapfer den See entlang.

Wir waren vom Anblick der noch vorhandenen Schneeresten an der Bergen überrascht, aber überwältigt vom Anblick der unzähligen, kleinen Wasserfälle, die Richtung See rauschten, Wasser von oben und Wasser unter den Pfoten, Chillie war wie schon so oft in ihrem Element. Claudia packte ihre gut gegen Regen geschützte Kamera aus und verglich die Umgebung mit den Sieben Schwestern, einem bekannten Naturschauspiel in Norwegen.

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Improvisation pur

Die Wasserfälle sind zwar höher, aber die Anzahl am Hintersee ist deutlich größer. Auch bei nicht so tollem Wetter waren wir total beeindruckt, in der glasklaren Seeoberfläche spiegelten sich Wolken und Berggipfel, ein wirklich seltenes Motiv. Der Regen ließ auch nach, hin und wieder bemerkten wir einen Sonnenstrahl, dann machte die Wolkendecke wieder zu. Leider hatte die Schutzhütte geschlossen, wir hätten uns in dieser wunderbaren, etwas kühlen Umgebung gern etwas Wärmendes gegönnt. So marschierten wir zum Auto, was tun?  Ich hatte von Stuhlfelden gelesen, das erste Bogendorf im Pinzgau mit einem recht alten Stadtkern und einem Rundweg zu kleinen Wasserfällen in der Umgebung. 17 Minuten Autofahrt, wir fanden keinen Parkplatz im kleinen Zentrum und parkten etwas außerhalb, der Grund: Ein Fest in diesem kleinen Dorf. Der Rundweg war am Anfang sehr gut beschildert und wir legten los. Durch den Regen war der sonst sicher einfache kleine Waldweg zu einer Rutschpartie geworden, wir bewegten sehr vorsichtig entlang des wirklich schmalen Pfades in Richtung Waldkapelle, zwei kleine Brücken über Miniwasserfälle waren wirklich extrem rutschig, eine dieser Brücken wurde Chillie und Claudia zum Verhängnis, beide rutschten aus, Chillie quietschte, Claudia wird blaue Flecken davontragen, ich nutzte alle Möglichkeiten aus , einen Sturz zu vermeiden, dafür sind die Ärmel meiner Regenjacke wirklich schmutzig.

Nach diversen Rutschpartien erreichten wir die Waldkapelle, ruhig an einer Waldlichtung gelegen und zu einer kurzen Rast einladend. Nach der Kapelle wanderten wir einem Lehrpfad für Bogenschützen entlang, leider fehlten ab diesem Zeitpunkt die sonst so großzügig vorhandenen Schilder. Wir hofften über eine Forststraße wieder zurück zu finden. So war es dann auch und wir landeten punktgenau am Kirchenplatz, das Fest war in vollem Gange, wir verkosteten einige regionale Schmankerln, das Auto hatten wir Gott sei Dank etwas außerhalb des Zentrums geparkt, denn der Kirchenplatz füllte sich immer mehr. Claudia spürte noch die Folgen ihres Brückenzwischenfalles und so machten wir uns über die engen Serpentinen auf in Richtung Ferienwohnung, auch ein geruhsames Ausklingen eines wunderbaren Tages gehört zu einem Kurzurlaub dazu meinen die ladysontour.

Der Wanderweg ist lt Plan füt ungebübte und kleiner Kinder geeignet! Bei Regen herrscht an manchen Stellen Rutschgefahr!!