Am Gaisberg, dem Hausberg der Salzburger

Da wir am Vorabend , nach einem endlos scheinenden Gespräch in der Jugendherberge noch unsere Koffer so gepackt hatten, dass wir nur mehr das restliche Gepäck ins Auto verstauen mussten, konnten wir relativ früh am Morgen von Salzburg losstarten, der Gaisberg mit seiner Rundwanderung war unser Ziel, die Ankündigungen waren wirklich vielversprechend.

Mit etwas Anlaufschwierigkeiten fand das Navi eine Route und bald schraubte sich unser Seat die wieder einmal recht engen Serpentinen der Bergstraße hinauf. Es gibt auch eine Busverbindung  zum Ausgangspunkt der Wanderung , an manchen Stellen war es gut, dass kein großer Linienbus entgegenkam, zwei breitere Autos mussten schon etwas aufpassen. Die etwa 8 km lange Bergstraße ging zwar in Richtung Sender und damit fast Berggipfel weiter aber an der Zistelalm, eine große Gastwritschaft bot sich uns ein schon sehr gut besetzter Parkplatz, wir erwischten einen der noch wenigen freien Parkplätze und machten uns auf den Weg um den Gaisberg.

Wirklich gut beschildert und mit den angekündigten geringen , aber längeren  Steigungen wanderten wir immer im Schatten des Laubwaldes dahin, plauderten dort und da ein wenig mit entgegenkommenden Wanderern, ein Ehepaar mit einer weißen Schäferhündin, die mit Chillie sofort Freundschaft schloss, lobte unsere Hündin mit ihrer ruhigen Ausstrahlung, dem der wunderbaren Zeichnung und vor allem dem vollkommen geraden Rücken. Ruhige Ausstrahlung, wir ,Claudia und ich tauschten vielsagende Blicke aus, ja wirklich unsere Chille wirkt seit wir so viel unterwegs sind wirklich ausgeglichener, vielleicht merkt auch sie, dass sie jetzt doch schon etwas älter wird. Aber nein, noch während des Plauderns ein sehr aufforderndes Winseln, ein Suchen nach Steinen. Sie packt die Steine wirklich sanft an, keine Gefahr für ihre Zähne unsere Gesprächspartner waren verblüfft. Gute Tipps für weitere Urlaube mit Hund konnten wir auch noch austauschen, Chillie erhaschte noch ein paar Leckerlis und wir marschierten wieder weiter.

Diese Rundwanderung ist wirklich ein beliebter Spazierweg, Großfamilien vom Opa bis zum Urenkel wanderten gemeinsam und für uns , die wir aus dem Industrieviertel Niederösterreichs kommen, eine Rarität, am Berg wird gegrüßt: „Grias eich ‚’’ ein freundliches Lächeln und jeder geht seine Wege, oder man wechselt noch ein paar wenige Worte, die schöne Hündin gibt immer wieder Anlass zum Plaudern, vor allem wenn Claudia fotografiert und die Hündin mit ihrer „ ruhigen ‚’’ Ausstrahlung weiter möchte. Die vielen Ausblicke von dieser Rundwanderung sind wirklich super, der Domplatz, die Hohe Salzburg, sogar Einheimische kommen da ins Schwärmen, wir bekamen Wetterregeln über den Untersberg zu hören, Tipps für Wanderungen um  die Hohe Salzburg und eine wunderbare Idee fürs Mittagessen, Kasnudeln, aber nicht vor einer langen Autofahrt.

Die Zwistelalm lädt alle zum Einkehren ein, auch wir fanden einen wunderbaren Platz und die Brettljause für uns zwei, die Apfelradln mit Vanilleeis waren Stärkung genug. Unsere Chille hatte sich die lobenden Worte zu Herzen genommen, sie schlief unter dem Tisch, und erst als der Kellner eine Schüssel mit Wasser für den Hund brachte, machte sie sich bemerkbar, die Familie am Nachbartisch war voll des Lobes, ein schöner Hund, treue Augen, wunderbare Ohren usw. Diese Bemerkungen sind einfach wunderbar und trösteten sogar über jene Schreckminuten hinweg, wo meine Geldbörse nicht wie vermutet in Claudias Handtasche war, ich fand sie im Rucksack, der im Auto geblieben war. Gott sei Dank war der Parkplatz nur wenige Schritte entfernt.

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Die “ Brettljausen“

Auf der Fahrt ins Tal kam der angekündigte Linienbus entgegen, die Straße war gerade breit genug, es ging sich also aus. Bis zur Autobahn war die Hündin noch halbwegs munter, aber dann wurde es fast still auf der hinteren Sitzbank, unsere vierbeinige ladyontour schnarchte ganz leise, also doch ruhiger geworden? Wirklich nicht, die letzte Rast bevor wir endgültig heimkamen war von Stöckchenwerfen und Laufen  geprägt.

Nur dann als wir die Wäsche schon wieder gewaschen hatten, alles wieder daheim verstaut hatten und diese Zeilen verfassten, lag die Hündin zufrieden und genüsslich ruhend in ihrem Hundesofa und träumte von vielen Begegnungen: Kleinen und größeren Kindern, älteren Menschen, freundlichen Hundebesitzern und ebensolchen Hunden in allen Größen und Altersphasen, Geruchserlebnissen ohne Ende.

Und wir , auch wir finden die vielen flüchtigen Begegnungen einfach bereichernd, ebenso wie die vielen großen und kleinen Erlebnisse  und positiven Eindrücke  bei unseren Reisen. Wir sind auch unendlich gern daheim, aber die nächste kleine Reise ist schon geplant, meinen die ladysontour.