Livo – ein kleines Bergbauerndorf in Südtirol

Da wir August noch ein verlängertes Wochenende frei hatten, wollten wir einmal nach Südtirol, ein Gebiet, dass uns schon lange interessiert hatte.

Eigentlich war eine Ferienwohnung in Bozen geplant, aber irgendwie hat uns das Angebot, in einem kleinen unbekannten Ort zu wohnen gereizt. Leider war das ursprüngich geplante Haus , die Casa Willi nicht verfügbar, aber der Besitzer hatte für Ersatz gesorgt, wo genau sollten wir vor Ort erfahren. Mit diesen etwas unklaren Angaben im Gepäck starteten wir am Freitag (26.08) Morgen ins Abenteuer Südtirol.

Claudias intensive Diensteinteilung im August machte sich bald bemerkbar, sie war entsetzlich müde, aber als Beifahrerin wäre sie trotzdem eine Zumutung, da fuhr sie lieber selber. Da wir die A1 in diesem Jahr schon öfter benutzt hatten, und diese bis Oberösterreich auch von der Landschaft nicht allzu viel zu bieten hat, machte sich im Auto Langeweile breit, nur unterbrochen durch eine wirklich auffallend große Zahl an Dränglern auf der dritten Spur und die schon bekannten Langsamfahrstrecken. Ab Salzburg mussten wir uns etwas mehrkonzentrieren, denn wir mussten die Inntalautobahn in Richtung Brenner finden, Gott sei Dank auch das war kein Problem und wir erreichten die Mautstelle ohne Schwierigkeiten. Wann wird diese Autobahnstrecke endlich wirklich fahrtechnisch interessant ? Gar nicht, aber dafür lugten in der Ferne schon die ersten Spitzen der Dolomiten hervor.

Eine wirklich beeindruckende Landschaft, kein Wunder, dass dieses Gebiet ein von der Unesco anerkanntes Weltkulturerbe ist. Die Fahrt wurde ab Bozen von der umgebenden Landschaft her wirklich beeindruckend, die Autobahn führt über viele Brücken, durch groß angelegte Lawinenschutzbauten und passt sich wirklich imposant der Landschaft an.

Nach der Autobahnabfahrt wurde es dann aber wirklich abwechslungsreich, die SS43 führte über viele kleine und größere Ansiedlungen umgeben von unendlich vielen Apfelplantagen langsam ins Nonntal, wo wir dann über schmale Seitenstraßen, immer wieder den Stausee Lego di Giustina o di Cles vor Augen. Wir waren von der unendlich großen Anzahl an Apfelplantagen wirklich überwältig, das Tal wird sogar nach der angepflanzten Hauptsorte Golden Delicius und Red Delicius benannt.

Über eine wirklich enge und serpentinenreiche Landesstraße erreichten wir dann Livo. Vor der Volkschule fanden wir sogar einen Parkplatz , der wirklich eben war, eine Seltenheit in diesem Tal , wie wir später bemerken sollten.

Danach suchten wir unser eigentlich bestelltes Haus, fanden dieses , aber die Bewohner waren nicht informiert. Claudias Bemerkung: Also fahren wir wieder nach Hause !, wurde durch eine Telefonat beendet, der ursprüngliche Vermieter meldete sich und kündigte an, dass sich die neuen Vermieter in Kürze mit allen Infos bei  uns melden werden. Nach etwa einer halben Stunde kamen zwei Mädchen auf uns zu winkten mit der Bestellung und mit fehlenden Italienisch und Deutschkenntnissen und wenige Englischbrocken fanden wir den Weg zur neuen Bleibe, eine Haushälfte eines Bauernhauses in mitten von große Überraschung Apfelplantagen. Der Parkplatz für das Auto befand sich nicht in unmittelbarer Nähe des Eingangs, wir mussten einige Male den steilen Weg zum Haus überwinden. Die Ferienwohnung war sehr geräumig, eine wunderbare Massagedusche war das absolute Highlight, ansonsten fehlte es an einigem, keine Servietten , keine Gewürzreste und den Kühlschrank mussten wir selbst in Betrieb nehmen. All das klappte dann noch und wir unternahmen eine kleine Besichtigungsrunde durch das Bergdorf, bis zur Kirche mit schönen Aussenfresken waren es nur einige Hundert Meter, das Dorf ist wirklich winzig, aber die Bewohner waren allesamt freundlich und in jedem noch so kleinen Garten Apfelbäume mit extrem vielen leider noch unreifen Früchten.

Wir kehrten ins Haus zurück , die Dusche musste getestet werden und davor noch die Frage, wohin am nächsten Tag ?

Ein Wanderführer war vorhanden, leider in italienischer Sprache, aber die Ortsnamen konnten wir lesen.

Internet war vorhanden, Gratis W-lan auch im Nonntal, und so suchten wir uns zwei erreichbare Ziele für den nächsten Tag, das Castello di Altaguardia und eine vielversprechende Wanderung mit 21 Stationen , die  uns in die Märchen und Feenwelt entführen sollte.

Wanderbares Südtirol

Claudias Wunsch auf jeden Fall etwas Ausschlafen zu können, war nur zu verständlich und so zogen Chillie, sie hat uns wie fast immer auch diesmal begleitet, und ich am frühen Morgen los,in die Apfelplantagen.

Ein kleiner Weg war schnell gefunden, viele fremdartige Gerüchte mussten erschnoffelt werden und überall abgefallenes Obst und ein besonderer Geruch, gärendes Obst.

Die kleinen Fahrtwege waren sehr steil und endeten immer unangekündigt an einer Besitzgrenze, wir wanderten durch viele gleichartig aussehende steile Wege, zum Haus zurück stellte ich fest , in diesem Gebiet sind alle Wege steil und durch das Fallobst und  den reichlich vorhandenen Tau, waren die kleinen Wege extrem rutschig. Wir fanden unseren Weg zum Haus zurück und ich war echt froh sturzfrei vor dem Eingang zu stehen.

Auch Claudia war schon wach, das mitgebrachte Frühstück schmeckte und wir suchten den Weg  nach Bresimo, wo wir die Ruinen einer Burg aus dem 12 Jh erklimmen wollten.

Die wagen Internetangaben im Kopf fanden wir nach einigem Suchen einen Pakplatz mit einer Seltenheit in diesem Gebiet eine Infotafel, die uns verriet wir sollten richtig sein. Der Weg zur Ruine war wunderbar ausgebaut, Steilstücke und flache Passagen wechselten ab, die Weg führte Gott sei Dank großteils durch den Wald, sodass wir einige schattige Stellen zu Rasten  Chillie war in ihrem Element, so viel Neues für die Hundenase, ein kleiner Bach zum Austoben, eine Quelle zum Eintauchen, Rascheln im Laub, Eidechsen ohne Ende.

Im wahrsten Sinne des Wortes kamen wir alle hundemüde an der Ruine an und hatten einen wirklich tollen Ausblick auf das Nonntal, der Stausee die hohen Berge, die alten Erinnerungen an unzählige Touren in Osttirol waren plötzlich vor unserem geistigen  Auge. Südtirol ist wirklich ein Gegend zum Wandern, aber mehr Kondition wäre nötig, wir kamen teilweise ganz schön ausser Atem, aber der Ausblick auf die Gipfel in der Umgebung war alle Mühe wert, ein Platz zum längeren Verweilen und das taten wir auch.

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Der Abstieg war weniger anstrengend und daher bald geschafft, das Auto mit Klimaanlage bot vernünftige Temperaturen und wir suchten und fanden unser zweites Ziel Preghena und die 21 Stationen mit Holzfiguren.

Rasch zusammengefasst war diese Wanderung durch den Wald um Preghena ein echte Enttäuschung, für Kinder völlig ungeeignet, da mit 5 km viel zu lang und die Holzschnitzereien warfen uns auch nicht vom Hocker. Weitere 2 Stunden bergauf und bergab in den Beinen waren wir froh unser Auto zu sehen. Durch engste Gassen ging es zur Hauptstraße zurück und dann wieder in die Ferienwohnung. Nach einem schnellen verspäteten Mittagessen gab es allgemeine Stille, alle Ladies waren müde, Chillie schlief sofort ein und wir folgten ihrem Beispiel.

Für Morgen steht Bozen auf dem abwechlungsreichen Programm, die Altstadt winkt und wir hoffen auf einen Parkplatz, der eine angezogene Handbremse unnötig erscheinen lässt.

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