Auf in die Toscana!

Ladys on tour Florenz (4.- 7.Mai 2016

Die wunderbare Toscana war schon lange ein geplantes Ziel für ein verlängertes Wochenende, ein Gutschein für eine solche Reise war als Überraschung für Claudia unter unserem Weihnachtsbaum 2014 gelegen. Der ursprüngliche Plan Nachtzug ein oder zwei Nächte im Hotel zurück wieder mit dem Nachtzug wurde verworfen, ein Ferienhaus in der Nähe von Florenz wieder über booking.com rasch gefunden, Haustiere durften mitgebracht werden und das ohne Zusatzkosten, ein wahrer Luxus. Die Residencia Ruggini war schnell gebucht, Fotos versprachen einen eingezäunten Garten, also auch für die Chilli ein unbeschwerter Platz zum Toben. Ein Wehrmutstropfen ist die Fahrzeit von über 8 Stunden. Claudias Begeisterung war ungetrübt, mit Tempomat und den bequemen Sitzen im neuen Autos sollte , das nicht so extrem anstrengend werden. Rein theoretisch könnten wir uns ja beim Fahren abwechseln, aber als Beifahrer ist meine Nichte ein echte Katastrophe . Ich denke nur ganz kurz an 2000 km Fahrten mit der L-Tafel in der Heckscheibe, wie nahe waren da oft die Alleebäume, ich hatte trotzdem nur ein wenig höheren Puls, grenzenloses Vertrauen. 8 Jahre Führerschein, unendlich viele km im mobilen Dienst als Diplomsozialbetreuerin in Altenarbeit, eine leidenschaftliche Autofahrerin fährt lieber selbst. Diesmal begleitete uns, wie schon in den letzten Jahren immer wieder meine langjährige Freundin Gabi ( gleicher Beruf, ein Jahr jünger ), eine Stütze in nicht immer einfachen Zeiten. Claudia hatte am 4.Mai einen freien Tag wir beiden mussten uns die freien Nachmittage organisieren ( lieben Dank an Martina und Christian, sie haben meinen Dienst am Mittwoch Nachmittag übernommen)

Die Koffer und Taschen waren bereits vollständig gepackt , ein schneller Griff zu unseren Pässen: Mein Pass liegt nicht bei den anderen !! Der Blutdruck steigt, eine hektische Suche am frühen Morgen beginnt, Handtaschen werden geleert, die Zeit vergeht wesentlicher schneller als sonst, das Reisedokument bleibt verschwunden, wurde er gestohlen , habe ich ihn verloren, Ich musste zum Dienst, was tue ich ohne Pass, sollte ich zu Hause bleiben, die Reise ohne Pass wagen? Ich war im Auto sicher nicht voll konzentriert. Claudia wollte in Ruhe nochmals zu Hause nachsehen, im Internet nach Ersatzmöglichkeiten suchen ! In einer kurzen Pause dann die erlösende SMS : Der Pass liegt im Scanner, zwei Menschen eine Gedanke im nahezu selben Augenblick, meine SMS nach Hause lautet: Schau im Scanner nach, beide Nachrichten in derselben Minute abgeschickt!

Der Nachmittag der Abreise, die Koffer, Taschen, Fotorucksack waren schon im Auto, alle Pässe und die Unterlagen fürs Ferienhaus in der Handtasche, meine Freundin Gabi schon vor dem Gartentor, ihr Reisegepäck kurz über den Gartenzaun gegeben, ein Parkplatz für ihr Auto auch gefunden. „Wieso kommst du nicht einfach herein, oh je Chilli bellt, deine Angst vor Hunden ist wieder da.

Gabis Kollegen/Innen wurden schon vor Reiseantritt informiert, dass sie die Rückbank eines Autos mit einem Hund teilen muss, denn im Kofferraum, wo Chilli sonst untergebracht wird ,mussten wir ja das Gepäck verstauen. Es gibt wunderbare Hundedecken fürs Auto, die die Sitze schonen und trotzdem noch Platz für mitfahrende Personen bieten. Wir hatten eine solche Decke im Auto, alle waren startklar, Gabi schloss langsam Freundschaft mit ihrer Sitznachbarin: Wenn ich innerhalb des Zaunes bin, ist Chilli ja ganz zutraulich, lässt sich kraulen, ich wage es , wir machen es uns auf der Sitzbank gemütlich. Gabis Optimismus und Humor sind einfach umwerfend, wir fahren los.

Mittwoch Nachmittag, die Südautobahn war dicht befahren, viele wollten das verlängerte Wochenende in den Süden. Geschwindigkeitsbeschränkungen , Baustellen, wir sollten bis Mitternacht in Florenz sein, einige Pausen waren geplant, die Hündin muss sich bewegen, Gabi ist Raucherin, 8 Stunden ohne Zigarette eine Unmöglichkeit. Wir waren Gott sei Dank einigermaßen im Zeitplan, die Gespräche auf der Rückbank zwangen uns zum Schmunzeln, einige Beweisfotos wurden gemacht. Gabi stellte stolz fest meine Angst schwindet, wir zwei sind schon gute Freundinnen.

Nach der ersten Pause, Toilettenpause, Zigarettenpause, Chilli durchstreifte an der Leine den Parkplatz, fand ein paar kleine Äste zum Zerbeißen, so hat Zahnstein keine Chanze.

Gabis Mut erreichte einen Höhepunkt:“ Ich nehme die Leine“, wir überlegen kurz, das Leichtgewicht Gabi , eine 37 kg schwere Hündin, die ihr Rudel beisammenhalten will, eine echte Herausforderung. Na ja vielleicht sollten wir doch noch mithelfen, denn die Hündin setzte ihren Willen durch.

Wieder alle im Auto wird es allmählich ganz still, Gabis Füße unter Chillis Kopf, beide schlummern, ein friedliches Bild, leider war die Kamera im Kofferraum.

Wir überquerte die Grenze, mit einem Reisepass in der Tasche ja überhaupt keine Sache, das Autobahnticket für Italien war im Auto, das Tablett angeschlossen, die Batterien luden wie immer extrem langsam, aber dann noch, wir wurden sicher nach Florenz gelotst, aber in Italien sind alle Ausfahrten und Autobahnknoten gut beschildert, wir erreichten Florenz noch vor Mitternacht, wie vereinbart.

Das Auffinden des Hauses war wie oft ein etwas schwieriges Unterfangen, ein Telefonat mit dem Vermieter schwierig, ich sollte wirklich Italienisch lernen, aber wir wurden dann doch gefunden , zum Haus begleitet, der Parkplatz passte Zentimeter genau, ein noch größeres Auto hätte keinen Platz, aber unser Kombi passte exakt. Die freundlichen Besitzer helfen beim Ausladen, hatten mit mehr als drei Personen gerechnet, dafür mit keinem Hund, aber Chilli wurde wie schon so oft freundlich willkommen geheißen. Claudia erhielt alle Infos zu den vielen Schlüsseln, die Kücheneinrichtung wurde uns gezeigt, im Kühlschrank Milch, Mineralwasser, am Tisch frische Kekse und ein Kuchen aus der eigenen Bäckerei, eine unendlich nette Geste. Nach einer kurzen Dusche fielen alle ins Bett, ein langer ereignisreicher Tag ging zu Ende.

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Garten in der Residenz

Der nächste Morgen Chilli wurde wie immer gegen 5.30 wach, alle waren noch im tiefen Schlaf versunken, ich wurde geweckt, zu Hause sind wir auch um diese Zeit unterwegs. Ich packte die Leine, die Schlüssel , aus der gemieteten Haushälfte heraus über Stiegen zur Ausgangstür, zwei Sicherheitsschlösser irgendwie öffnete ich diese, ohne Info brauchte ich eine Weile, die Hündin winselte, sie wollte ins Freie. Vor der Tür die nächste Überraschung, eine große Wiese auf der anderen Straßenseite, leider eingezäunt. Vielleicht findet sich doch ein freies Plätzchen für kleinere und größere Hundegeschäfte, wir wagten uns ein Stück der Straße entlang, kein Gehweg, aber verständnisvolle Autofahrer, alle hielten ausreichend Abstand , endlich erreichten wir eine Verkehrsinsel, grün unter den Pfoten, die Nase am Boden Nach einer Kurve ein kleinere Baumgruppe kein Zaun eine wunderbare Blumenwiese im Morgentau, duftende Wiesenblumen im kniehohen Gras, Chilli stürmte vorwärts, die Leine spannt sich, Morgensport. Dann ein rascher Blick zu mir, „ es fehlen ja einige“, wir müssen zurück. Wieder am Waldrand entlang , wir fanden den kleinen Pfad wieder, die Verkehrsinsel wird zum Hundeklo, entlang der Straße im schnellen Schritt, die verschlossene Tür erkannt, Chilli wollte ins Haus. Endlos wirkende Minuten verzweifeltes Versuchen die Schlösser zu öffnen, der Hund winselte, das Schloss wirklich einbruchssicher, irgendwie öffnete sich dann doch das Tor, wir sperrten dann problemlos die Tür zu Ferienwohnung auf , die Hündin erhielt wie immer ihren voll gefüllten Hundenapf und dann ein wunderbarer Einfall, die Tür zum kleinen aber feinen Garten, ein Hundeparadies, keine empfindichen Pflanzen, kein englischer Rasen, große Blumentöpfe, die nicht umzufallen drohten, Sträucher zum Verstecken, Platz zum Liegen, Spielen für Chilli ein wahrer Traum.

Frühstück für alle, wo waren bitte die Kaffeetassen, es gab keine aber auch aus Gläsern kann man Kaffee genießen. Die gute alte extrem kleine Espressomaschine stand bereit , für eine Tasse reichte es , aber wir waren zu dritt und Claudia ohne ausreichend Koffein am Morgen eine wirkliche Herausforderung. Kaffee in Etappen, die beiden wurden durch den Duft des Kaffees langsam wach, Semmeln im Backofen, Teewasser für Schwarztee im Beutel, Gott sei Dank hatte ich auch diese mit, einem ausgedehnten Frühstück stand nichts mehr im Wege. Chilli hatte ihre beiden Spielbälle gefunden, Kaffee, Tee, Spielen mit dem Hund, dazwischen eine heiße Dusche, nur ein Badezimmer, drei Frauen , wir kennen uns seit vielen Jahren, da gab es keine unliebsamen Zwischenfälle.

Auf ins Zentrum. Wo parkt man in Florenz ?, das Zentrum ist weitgehend autofrei. Das Internet bietet einige kostenpflichtige Parkdecks an, wir suchten zufällig eines aus, die Adresse im Tablett, die Ausfahrt aus dem Parkplatz vor dem Haus mit Herauswinken möglich, wir waren unterwegs. Gabis Interesse am Tablett stieg: „Kann ich bitte schauen, wie wir die Parkgarage erreichen „, Du weißt, die Stadtpläne hatte immer ich, ich habe mich auch in Prag bestens orientiert!“ Das iPad wanderte in Richtung rückwertige Sitzbank, die Anweisungen waren super, nur eine Ehrenrunde, aber die Einfahrt zum Parkdeck war wirklich schwer zu finden.Link zum Parkdeck: Firenze Parcheggi

Was alles sollte man sich in Florenz anschauen, den Dom, die Ponte Vecchio, die Ufficien, leider nein, nicht mit Hund. Ach ja , drei Frauen und kein Einkaufsbummel:“ Beute machen !“ ist Gabis Ausdruck für ausgiebiges Suchen in kleinen Geschäften. „Das schaffen wir locker, aber bitte denkt dran, wir sind mit Hund unterwegs, das könnte etwas schwieriger als sonst werden! „ Wir werden das schaffen, wir waren uns einig. Gabis Blicke am Tablett, es passte aber auch zu gut in ihre Jackentasche, ein Weg zum Dom gefunden und wir setzten uns in Bewegung.

Chilli an der kurzen Leine, kein Ziehen , kein Anknurren vorbeigehender Hunde, ich wurde wieder ruhig. Eine kleine aber feine Einkaufsstraße, links und rechts kleine Läden, die Hündin wurde wirklich gefordert: „Bitte wieder alle in meine Nähe, ich kann Euch doch so nicht beschützen !“, ich durfte mehrfach die Straße wechseln, aber bei einer Fußgängerzone überhaupt kein Problem. Eingekauft wird dann am Rückweg entschieden wir alle gemeinsam.

Am Domplatz war uns allen klar, der Dom wird nicht besichtigt, eine endlos lange Warteschlange machte diese Entscheidung recht einfach, wir hatten uns ja schon überlegt:“ Ich bleibe zuerst mit dem Hund draußen, Claudia und Gabi fotografieren und dann passen sie auf Chilli auf und ich wandere durch den Dom.“ Die Fassade ist ja ohnehin beeindruckend und unendlich langes Warten nicht unser Stärke. Kaffee wäre nett. Wir waren uns wie so oft einig, wo haben wir allerdings mit dem Chilli Platz, bitte nicht am Domplatz, die Hündin war in keiner Hundeschule, wir bekennen unser arges Versäumnis und geloben Besserung. In einer Seitengasse fanden wir ein winziges Kaffee, kleine Tische, wenig Platz, aber eine freundliche Kellnerin, zwei kleine Tische aneinander gestellt, dazwischen Platz für den (mittel) großen Hund, mit gutem Willen geht das schon. Die anderen Gäste des Kaffees lächelten freundlich , vorbeigehende Kinder machten ihre Eltern aufmerksam, eine Schäferhündin ist auch in Italien eher selten.

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Dom

Gestärkt suchten wir nach weniger Trubel, in dem Viertel um den Dom gibt es einige nette Plätze, vielleicht weniger Menschen. Es gab einige tolle Fotomotive, viele kleine Verkaufsstände: Taschen, Schals usw lachten uns an, nein alle drei blieben standhaft, für einkaufswillige Frauen eine Seltenheit. Wir wurden aber auch von unendlich vielen Reisegruppen, Schülergruppen quasi weitergeschoben, in kleinen Seitengassen Fotomotive, ein schattiges Plätzchen , Chilli bekam Wasser, es gibt wirklich tolle Trinkflaschen für unterwegs. Wir erreichten die Uffizien, ein Kran, ein Glasanbau, Zeichnungen am Boden, unendlich viele Touristen, Straßenmusikanten, wir hatten Mitleid mit unserem Hund, was hatten wir ihr denn da angetan. Inmitten des Stimmengewirres der Satz:“ Here you see a German shepherd, it cannot speak English“ „Ok , but we do whats´ the matter?“ Eine amerikanische Mädchengruppe, ein itaienischen Reiseführer, Chilli als Fotomodell, Streicheleinheiten ohne Ende, many thanks , whats her name, are we allowed to take some photos, she is such a lovely dog ……

Ein freundicher Hund in einer wirklich belebten Stadt, wir waren erstaunt, sie war trotz allem entspannt, die Rute erhoben, keine Angst, beeindruckend. Trotzdem überquerte wir den Arno auf der Parallelbrücke zur Ponte vechio wir wollten ja nichts übertreiben, ein kleiner schattiger Park mit einer freien Bank bald gefunden, ein Brunnen mit Trinkwasser, Platz zum Spielen, oh ja der Seilknochen flog, Chili sprang hinterher , wie zu Hause.

Gabi öffnete das iPad, Claudia gab den Pincode ein, wo finden wir eine Pizzeria ? Kein Problem in iPad leuchteten einige Gastronomiebetriebe auf. Die Qual der Wahl, zu nahe an einer Straße, extrem wenig Platz, kein freier Tisch, Lederbezüge auf den Bänken, nicht windgeschützt usw… Endlich in der Nähe der Reste der Stadtmauer fanden wir ein passendes Lokal, ein freundlicher Italiener stand auf, ach ja noch ein lebhafter Hund, wir ermunterten ihn zu bleiben, die Hunde ignorieren einander, die Situation geklärt. In Italien sollte man doch einmal mindestens Pizza essen, Gabi mag keinen Käse, Pizza ohne Käse selbstverständlich, der Kellner kannte das Problem, Laktoseintoleranz. Der Platz lag im Schatten, Gabi sehnte sich nach der Sonne auf der gegenüberliegenden Straßenseite, auch eine Zigarette wäre nett. „Kann ich es wagen ? Ja natürlich, die bestellten Pizzen dauern noch! ` Unter dem Tisch begann Chilli ihre Ruhephase zu unterbrechen, da fehlt jemand, Gabis Ausflug in die Sonne dauerte etwas zu lange, das Aufwärmen tat trotzdem gut und ein im Rucksack versteckter Schal wärmte zusätzlich.

Wir wanderten entlang des Arno zum Auto, Wasser in der Hundenase, Chilli wurde etwas angespannt, aber es gab keinen Weg zum Wasser, dafür eine Gruppe von gelben Sumpflilien.

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Ponte Vecchio

Claudia packte den Fotorucksack ins Auto, die Shopping Tour begann. Italien bietet für bis Gr 44 ein wahres Paradies darüber kaum ein Angebot, Claudia und ich wollten abwechselnd beim Suchen helfen, denn nicht überall sind Hunde willkommen. Eine Auslage fand Gefallen, Gabi möchte stöbern, kein Problem wir warteten, die Verkäuferin winkte uns aber sofort herein, im Hand das Foto ihres Hundes ein mächtiger Schäferrüde, Chilli erhielt unendlich viel Zuneigung bedankte sich Pfote geben, einem kalten Hundekuss auf die Wange, Gabi kaufte einiges ein, auch für ihre Mutter daheim, nicht zu vergessen, 8.Mai Muttertag. Einige Geschäfte weiter, die Anzahl der kleinen Sackerln in Gabis Hand stieg, es fehlte nur mehr das im Süden übliche Eis. Auf dem Rückweg zum Auto erstand Gabi noch eine Flasche Rotwein . Am Abend dann die Spielrunde im Garten mit dem Hund, wir fanden die Bälle zum Werfen fast immer in den großen Blumentöpfen, ein Gespräch mit der Vermieterin .Gabis geringe Italienischkenntnisse sei Dank, wir erfuhren , es gab eine Hundefreilaufzone, nicht weit entfernt, eingezäunt, Wasserstellen einfach ideal, aber auch im Garten ist nicht nur Spielen erlaubt.

Drei Frauen ein Knabbergebäck , Rotwein, Zeit zum Plaudern, wir haben über viele gemeinsame Freunde und Kolleginnen nur Positives ausgetauscht, Gabis Hobby Tanzen, die neue Beziehung , der Abend klang gemütlich aus.

3:30 mitten in der Nacht Chilli winselte, wir wussten genau in den Parks in der Stadt kein großes Geschäft, hat sie Verdauungsprobleme, Claudia war besorgt, der Hundeplatz war nicht weit, Jogginghosen, Sweatshirt, wir gingen gemeinsam, Seilknoten waren dabei, die Hündin total vergnügt, unterwegs spielten wir auch wenn es draußen dunkel war, super. Müde und unverrichteter Dinge trotteten wir wieder in die Ferienwohnung zurück, die Hundedecke war ja auch noch im Auto, war das des Rätsels Lösung, die in die Wohnung gelegte Decke wurde als Schlafplatz kurz benutzt, aber noch war Chilli unruhig, ein Ball unter dem Bett hervorgeholt verschaffte allen wieder die Chance für ein paar Stunden Schlaf, ja und Aspirin complex gegen den beginnenden Schnupfen.

Nach 8 Uhr. Gabi stand in unsere Zimmertür,, wollten wir nicht nach Siena fahren? Ja schon aber wir hatten eine kleine Schlafstörung!“ Ich beneidete meine Freundin um diesen tiefen Schlaf, sie hatte nichts gehört und selig durchgeschlafen. Kaffee in Etappen. Tee und Kuchen, wir suchten Sehenswertes in Siena aus dem Netz . Wir packten Wasserflaschen in den Rucksack, ab nach Siena. Davor noch ein Aspirin complex, der Rotwein hatte Gabi Kopfschmerzen beschert. Die Straße nach Siena eine Ansammlung nach von großen und noch größeren Schlaglöchern, aber die Stoßdämpfer wurden einem Härtetest unterzogen. Die Landschaft flog an uns vorbei, erinnerte mich sehr stark an Weinanbaugebiete in der Steiermark, aber die an den Berghängen gebauten Weingüter sind eine Augenweide.

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Dom in Siena

Mit Hilfe des Navis am iPad leitete uns Gabi zu einem Pardeck in Siena , die Altstadt war am Berggipfel zu sehen, eine recht steile Straße führte vom Parkdeck nach oben, ich entdeckte ein Schild mit dem Symbol Rolltreppe. Chilli war noch nie auf einer Rollstreppe, wer von uns sollte mit der Hündin die Stufe nach oben steigen, leider hielt ich die Leine in der Hand, also gut Fitnesstraining für mich. Chilli verfolgte allerdings die anderen, eine bewegliche Treppe, kein Problem sie sprang wie selbstverständlich rauf und runter. Ohne großen Aufwand erreichten wir die Altstadt. Die Atmosphäre ist wesentlich entspannter, keine Straßenmusikanten weniger Tousisten. Die Altstadt war und ist ein wirkliches Kleinod, nicht zu unrecht wird Siena von vielen als Perle der Toscana bezeichnet. Claudias Nikon wurde intensiv genutzt, wieder eine unendlich lange Schlange vor dem Dom, wir bewunderten nur die Fotos des Inneren der Kirche, ein wirklich beeindruckender Bau. Die ganze Stadt ein einziges Fotomotiv. Wir verloren Claudia in einer kleinen Seitengasse mit vielen kleinen Taschengeschäften. Noch hatten wir nichts eingekauft, aber die kleine Fototasche war gerade kaputt gegangen. Claudia hatte eine passende Tasche im Sonderangebot gefunden, in Siena machte auch das Einkaufen Spaß, eine weitere kleine Tasche fand den Weg in den Rucksack. Gabis Magen hatte am Morgen etwas gestreikt, sie könnte etwas Essbares brauchen.

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Palazzo Pubblico
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Piazza del Campo

Wir suchten und fanden einen freien Tisch mitten am großen Platz von Siena, die Pizza ohne Käse gab es nicht, die Nudeln waren lieblos angerichtet, aber für die brave ruhig liegende Hündin einen Napf mit frischem Wasser.Am Nebentisch beschwerte sich ein älteres Ehepaar über die zu lange Wartezeit bei ihrer Bestellung, Briten oder Amerikaner wir überlegten. „A really sweet dog“, hörten wir nur so nebenbei. Die beiden gingen an unserem Tisch vorbei, nicht ohne eine Hand in Richtung Chilli zu strecken, wieder ein freundliches Beschnuppern, der Hundekopf wurde liebevoll gestreichelt, ein Erinnerungsfoto, „We come from Britain, we like cats and of course dogs, have a good time in Italy !“ Wir wechselten ein paar nette englische Sätze, und dabei kam uns eigentlich die Idee wir sollten unsere Urlaubserlebnisse mit anderen teilen. Nach einer Tasse Kaffee überquerten wir den riesigen Platz; Gabi war in Einkaufslaune, vielleicht fand sich in den Seitengassen der eine oder andere kleine Laden. Wir fanden die Synagoge da in ein paar Schritte weiter, eine kleine Auslage ein Paar nette Sandalen, Gabi wollte nur ganz kurz hineingehen, die Hündin sollte nicht zu lange draußen bleiben. Mit Hund in den Laden aber ja, das geht. Gabi fand den schon lange gesuchten idealen Rock fürs Tanzen und noch so einige Kleinigkeiten, Chilli hatte es sich neben uns ganz gemütlich gemacht:“Lass dir bitte jede Menge Zeit,“ Gabis Augen sagten:“ Diese vielen netten Dinge ich sollte einiges probieren !“ Wir unterstützten mit sehr viel Zustimmung, die Blusen, Leggings, Kleider passten, auch wir fanden neben den zuvor gesehenen Sandalen noch einen Rucksack mit Eulen und eine Abendtasche.Bei all diesen Dingen sollten wir doch eine schöne Preisreduktion bekommen, Fehlanzeige, leider waren fast alle Preise schon reduziert, nur ein weißer kleiner Teddy als Draufgabe, aber die Sachen waren trotzdem allesamt wohlfeil. Nach dem Shoppen wollten wir unser schon traditionelles Nachmittagseis genießen, bald fanden wir ein kleines Lokal mit gut gefüllter Eisvitrine, Gabi und Claudia wollten die Eistüten kaufen, Chilli und ich warteten vor dem Eingang, ein freundiches Winken deutete an, auch der Hund darf mit. Drei Tüten Eis ( 9 € ) , wir werden gebeten einen Tisch auszusuchen, der Hund sollte unter den Tisch deutet der Lokalbesitzer, wir genossen unser Eis, Chilli ihre kurze Pause ausgestreckt unter dem Tisch. Erst beim Verlassen des Tisches bemerkten, die anderen Gäste wir waren in Begleitung eines großen Vierbeiners. Die Einkäufe in einigen Kunststofftaschen gepackt, wurden doch etwas schwer, Gabi hatte das Tablett in der Hand, Claudia nannte ihr den notwendigen Code: „Wann immer du eine Orientierungshilfe brauchst liebe Gabi, benutze das Tablett, du kennst dich schon gut aus.“ Wir wanderten noch durch ein paar Gassen in Richtung Parkplatz, die Rolltreppe nach unten, wollen wir der Hündin ersparen, der Weg von der Altstadt hinunter führt an einer Wasserstelle vorbei, die Pfoten wurden gekühlt, ein paar Schlucke getrunken, aber der kläffende Pitt –Bull wirkte wirklich störend, ein bellender Hund! Wir suchten unsere Auto zuerst in der falschen Etage, aber ein Stockwerk höher reagierte ein Seat Leon auf unsere Fernbedienung. Wieder über zahllose Schlaglöcher in Richtung Florenz, auf der Gegenspur ein Unfall eine mehrere km-lange Autokolonne, wie gut, dass am Morgen nichts passiert war. Wieder nahe Florenz verfehlten wir bei einem Kreisverkehr eine Ausfahrt, große Navi Verwirrung. Wir blieben kurz stehen, Gabi machte ihre Zigarettenpause und wir fanden eine kurze Böschung zu einem Fluss, Chilli tauchte nach Steinen, ein wohl verdiente Abkühlung, das Navi fand uns wieder, ohne weitere Umwege parkten wir unser Auto ein, ein wunderbarer Tag klang mit den klassischen Geplaudere aus, die Hündin jagte hinter Bällen im Garten her, wir suchten den Ball und fanden Verdauungsrückstände des Hundes, sicher versteckt unter Büschen, die nächtliche Tour zum Hundeplatz konnten wir uns sparen.

Die wunderbaren Tage gingen zu Ende, was sollten wir auf der Heimreise noch kurz anschauen, Pisa, dann brauchten wir mindestens 10 Stunden bis nach Hause. Gabi wusste Rat, das Tablett sollte helfen, Verona, Ferrara,Mantua…. Alles bekannte Städte wir waren noch nie dort. In die dünne aber super wärmende Yak-Decke aus Tibet eingehüllt, fiel Gabi etwas auf: Aber Jesolo lag fast direkt am Heimweg, im Jahr davor ohne Hund hatten wir einen Einkaufstag dort verbracht. Na dann auf nach Jesolo, aber bitte eine ruhige Nacht. So wars dann auch, Chilli schief tief und fest auf ihrer Hundedecke, der Ball vor der Schnauze, kein Schnupfenanfall, kein schmerzender Kopf ruhige Stunden mit erholsamen Schlaf. Nur die tolle Yakwolldecke in blau, weiß und rosa durfte Gabi nicht behalten, Claudias Lieblingsdecke von Verein Brücke Ost- West, aber wir versprachen eine Decke zu besorgen in den gewünschten Naturfarben orange, rot braun. Beim nächsten gemeinsamen Kurzurlaub haben wir eine solche dabei.

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Bevor wir das gemütliche alte Haus in einer Vorstadt vor Florenz verließen, maschierten wir zu viert zum Freilaufgelände für Hunde, Gabi wärmte sich in der Morgensonne auf, Chilli und ich spielte mit trockenen Schilfrohren, Claudia versuchte wach zu werden, wir hatten wieder eine lange Fahrt ,in Etappen , vor uns. Bis Jesolo sollte Gabi am Beifahrersitz Platz nehmen, das Tablett war ihr mittlerweile bestens vertraut, den zweiten Teil der Heimfahrt wollte sie dann mit Chilli als Wärmeflasche schlafen, die Strecke wäre ja nicht so schwierig , das Navi war ja dabei. Wir hatten uns schon am Vorabend verabschiedet, den Schlüssel legten wir zur Blumenvase, das Eingangstor hielt Gabi offen, ich hatte noch immer so meine Schwierigkeiten mit dem älteren Modell. Die Wege waren bekannt; vor dem Meer helle Aufregung Wasser, keine Möglichkeit einen Parkplatz zu finden, die Hündin war wirklich verzweifelt. Gabi kannte sich recht gut aus, bei Unsicherheiten, ein Blick aufs Tablett wir fanden einen bewachten Abstellplatz fürs Auto und recht bald ein hundefreundliches Lokal. Eine sehr lange Einkaufsstraße lockte, aber wir wollten mit Chilli ans Meer. Große Enttäuschung der Strand mit Liegen vollgestellt, zum Wau –Wau beach 5 km, zu weit wir müssen ja noch nach Hause fahren. Wie geht es dem Hund, die Nase am Boden, wieder neue Gerüche, das Meerwasser lockte überhaupt nicht, wir kehrten zur Einkaufsstraße zurück, ein Bankomat lieferte Bargeld, wir bummelten dahin. Einige Hunde bellten, nein nicht unsere Chilli, die treuen kleinen Begleiter der anderen Touristen, am Wau-wau Strand sollte es in diesen freien Tagen munter zugehen. Eine Tasche ließ mich eine Weile nachdenken, brauchte ich sie wirklich, ein kurzes Knurren, Chilli !! Ich hatte die Leine, wie schnell wurde ich unaufmerksam. Ein riesiger weißer Bitt-Bull hatte sich der kastrierten Hündin genähert, nein mit diesem Rüden wollte sie wirklich nichts zu tun haben. Der Besitzer des Verschmähten hat es nicht leicht, diese Hunderasse ist extrem kräftig, unser Gordons war ein Bitt-Bull Steff Mix gewesen ein Kraftbündel, da kannte ich mich noch aus. Wir wechselten die Straßenseite, so toll war die Tasche auch wieder nicht. Noch ein italienischer Kaffee, ja gerne „ Habt ihr den riesen Pitt auch gesehen, er war wirklich groß, Pitts sind nicht so mächtig, du übertreibst „ Wir genossen unseren Kaffee , ein weißer Hund auf der anderen Straßenseite, „ Ok, der ist echt groß, ach ja es gibt eine besonders große Form von Pitt, oh ja jetzt weiß ich es auch.

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Jesolo

Noch ein gemütliches Eis, wir setzten uns mit den Eisportionen in die Sonne, ein gemeinsames Foto wäre super, nicht nur drei sondern alle vier sollten da drauf sein, ein Tourist schlenderte vorbei. Gabi nutzte die Gelegenheit und dachte sehr laut.“ Ein Foto von uns allen wäre nett! Soll ich Euch fotografieren, „ein uns durchaus bekannter Dialekt deutet auf Landsleute hin“, ja gern, aber dann auch bitte auch von meiner Familie und mir ein Bild! „ Ja super, die Spiegelreflexkamera funktionierte erst beim zweiten Mal, aber die Bilder werden nett. Westösterreich, Gabi, wir haben liebe Freunde in der Steiermark, das ist Steirisch, ja wir fahren am Sonntag in die Steiermark zurück , ihr schon heute, kommts gut heim.

Bei der Raststation am Wörthersee wurde Gabi wieder wach“ Die Hundedecke musst du waschen, sie ist wirklich bequem, aber riecht sehe stark nach Hund, als Kopfpolster zwischen Hund und Jacke ungeeignet!“ Ich werde sie zu Hause sofort reinigen , ich versprechs, Chillis Hinterbeine sind ein flauschiger Polster , ja aber die Angst vor dem Hund, wieso Angst, wir sind doch die besten Freundinnen. Wir stimmten zu, während der ganzen Zeit blieb die Hündin vollkommen ruhig liegen, leider war die Kamera wieder im Kofferraum.“ Du musst deine kleine Automatikkamera im Rucksack lassen, mit der gelingen sogar dir oft Bilder mit vernünftiger Qualität.“ Meine Nichte hatte wieder einmal recht, so mancher Schnappschuss könnten nach vielen Jahren Erinnerungen auffrischen, aber noch haben wir keine Probleme mit dem Langzeitgedächtnis. Wir waren auch ganz sicher nicht das letzte Mal in zu viert unterwegs, vielleicht noch nach Verona, Mantua, Südtirol oder doch eine geführte Wanderung durch das Wattmeer, ja gerne, aber nur mit Hund.

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Fahrt mit Krone

Claudia wurde noch mit einer Krone (Burger King ) gekrönt und brachte uns alle sicher nach Hause.

Gabi musste noch schnell weiter, zu Hause wartete der Tanzpartner oder ist es schon mehr auf sie und am nächsten Tag war Muttertag wir hatten nicht vergessen,riesige Nudelmuscheln, italienisches Gebäck, eine nette Bluse . Frauen denken auch on tour an ihre Lieben daheim.

 

 

 

 

 

 

 

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