Junge Hauptstadt ruft!!

Eine weitere Tour führte zu Freunden in die Steiermark genau in die Stanz, unsere Freunde Michaela und Peter haben uns mit einem wunderbaren Mittagessen verwöhnt, Chillis Bewährungsprobe. Unter dem großen Tisch in dem gemütlichen Wohnzimmer war unsere sonst so aktive Hündin vollkommen entspannt. Damit war der Weg frei zu unserem ersten größeren Abenteuer :Mit Chili in ein kleines Ferienhaus aus Holz (dank booking.com fanden wir diese hundefreundliche Unterkunft) in einem Vorort von Laibach.

Mit vielen guten Vorschlägen ausgestatten, Chremschnitten und Schichtkuchen am Trojanapass , Bled, die Burg in Ljubljana fuhren wir vom 21. bis 23.März nach Slowenien.

Die hintere Sitzbank war mit zwei Koffer und einigen Taschen voll gepackt, das Notwendigste ist für zwei Frauen auch schon eine ganze Menge: Kleidung und Schuhe für jede Wetterlage , dazu noch der Laptop fürs Übertragen von Fotos, eine riesen Tasche voll dem Wichtigsten für unsere vierbeinige Begleitung Chilli: Fressnapf, Wassernapf, Dosen mit dem Lieblingsfutter , Ballschleuder mit einigen Bällen, drei Leinen, Kauknochen aus Tauen, Lieblingssocken zum Zerkauen, Beißkorb fürs Abenteuer Schrägaufzug und einiges mehr wurden verstaut. Auch fürs leibliche Wohl sollte ausreichend gesorgt sein : Aufbackweckerl, Käse, Teebeutel, Würstel, Essiggurkerl , Getränke usw füllten eine weitere große Reisetasche.

Nachdem wir noch das Autobahnpickerl für Slowenien auf der Windschutzscheibe geklebt hatten, begann unser erstes gemeinsames Abenteuer.

Die Adresse des Ferienhauses im Tablett, bis Slowenien Ljubljana sollten wir auch ohne Navigationshilfe finden. In Ljubljana selbst war die Navigationshilfe ein Segen, mit dessen Hilfe fanden wir unser winziges Ferienhaus. Freundliche Vermieter des Holiday Home Pri-kamnu ohne Deutschkenntnisse, einige englische Wortfetzen, wir verstanden uns trotzdem, nicht nur wir, auch die Hündin wurde herzlich begrüßt. Die Schlüsselübergabe war einfach, die angrenzende Wiese ein Paradies zum Spielen für den Hund, die mitgebrachte Ballschleuder von der Vermieterin sofort getestet, Hundeliebe auf den ersten Blick. Das Gepäck war ausgeladen, die ersten dunklen Wolken zogen auf und im strömenden Regen suchten wir den bestmöglichen Parkplatz um das Stadtzentrum zu erkunden. Unter dem Regenschirm suchten wir im Stadtplan einen kurzen Weg zu Tromostovje (Drei Brücken).

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Drei Brücken

Mit Hund durften wir in die Touristeninfo , bekamen hilfreiche Tipps in verständlichem Englisch; Schrägaufzug zur Burg gern mit Hund aber nur mit Beißkorb. Durchnässt spazierten wir mit Chilli an fremden bellenden Hunden vorbei, unsere Schäferhündin stolzierte mit hoch erhobenen Schwanz mit lockere Leine zwischen uns durch die fremde Stadt, unendlich viele Gerüche wurden aufgenommen, eine wohlerzogene Hündin, wir waren unendlich stolz und kehrten ins Ferienhaus zurück, vorbei an Supermärkten unter anderem Aldi, wir hätten uns eine große Reisetasche sparen können.

Der nächste Tag begrüßte uns mit strahlend blauen Himmel, Sonne pur, wir genossen den ersten Spaziergang durch die nasse Wiese in Richtung Landstraße, Gott sei Dank kaum Autos, aber unendlich viele neue Gerüche, die Hundenase war im Dauereinsatz.

Kein Backrohr, dafür einen Toaster, das aufgebackene Gebäck schmeckte , die fehlende Kaffeemaschine ersetzt der Wasserkocher und Löskaffee, wir freuten uns auf einen interessanten Tag in Ljubljana ( Laibach) .

Die kurze Fahrt zum Parkplatz kannten wir schon, der angrenzende Tivolipark ist ein wahres Freizeitparadies, lange Spazierwege, Radwege, riesiger Spielplatz , Hundezone, bei strahlendem Sonnenschein betrachtet eine grüne Oase für eine sehr junge Hauptstadt. Wir schlenderten in Richtung Drachenbrücke, Markt, Schrägaufzug. Claudia fand einige nette Fotomotive, wo sind die anderen Touristen, kein Mensch fotografiert, die renovierten Jugendstilhäuser bleiben unbeachtet. Eine gut renovierte Villa wäre ein Foto wert, leider ist es die amerikanische Botschaft, die davor postierten Soldaten veranlassten uns auf diesen Schnappschuss zu verzichten.

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Drachenbrücke

Wir erreichten das Zentrum die Dreibrücken sind für Chilli eine echte Herausforderung, so viel Wasser und keine Möglichkeit darin zu schwimmen. Leises Winseln, jede Möglichkeit die lange Schnauze in Richtung Wasser zu lenken wird genutzt. Dieses Bild veranlasste Einheimische und Touristen die Hand vor die Hundeschnauze zu halten, neue Gerüche, wunderbar, die Hände wurden dankbar geleckt. Ehe wir noch davon abraten konnten, wurde Chilli mit vielen Streicheleinheiten verwöhnt und fotografiert, ein Schäferhund „On Tour“ ist eine echte Sensation. Die klassischen Fotos an der Drachenbrücke, wir hätten uns die Drachen etwas größer vorgestellt, aber sie sind auf jeden Fall einen bewundernden Blick wert. Über den gut besuchten Markt fanden wir unseren Weg zum Schrägaufzug, der Hund ist kein Problem, der Beißkorb total ungewohnt, aber verpflichtend. Große Fenster lassen Blicke auf die Stadt zu, wir erkannten die Türme einiger Kirchen und kleinere Parkanlagen und die ängstlichen Blicke einer mitfahrenden Touristin, die beschwichtigenden Worte ihrer Begleiterinnen halfen wenig. Wir verließen über breite Stiegen die Bergstation , im Innenhof der Burg lud eine große Wiese zum Schnuppern und auch zu anderem ein, aber wir sind für alle Aktivitäten der Hündin gerüstet. Die Aussichtsterrasse ist nur über eine Metallwendeltreppe zu erreichen, wer bleibt bei Chilli? Keiner, denn der Hund meistert die Treppe , keine Rutschphase, dafür werden die Vorderbeine auf die Mauere gelegt, auch Chilli will die Stadt von oben sehen. Claudias Nikon war im Dauereinsatz, wir fühlten uns allerdings schon eine Zeitlang beobachtet, in einem Turm erfuhren wir des Rätsels Lösung, zwei ältere amerikanische Touristen erwarteten uns, keine Frage der Hund wird gestreichelt: „very nice dog a German shepherd, I have a similar dog at home, gold and black“ , ein paar englische Worte wurden noch gewechselt, Streicheleinheiten ohne Ende. Wir wünschten einander schöne Tage. Auch ein Erinnerungsfoto wurde gemacht , die Schäfermischlingshündin als Fotomodell.

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Der Markt von oben
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Die Burg

 

 

 

 

 

Wir verließen die Burg, die Kapelle und das Museum darf mit Hund nicht betreten werden und so suchten wir eine schattige Bank , Trinkwasser für alle und ein Hundeseil kommen zum Vorschein. Ausgiebiges Spielen Chilli ist leider eine leidenschaftliche Jägerin und ein durch die Luft fliegender Seilknoten ist eine super Beute. An das Klicken von Handykameras haben wir uns mittlerweile gewöhnt, ein im Burggarten an einer 8 m Leine spielender Hund scheint ein ungewohntes Bild zu sein. Der Weg von der Burg zum Markt zurück ist schnell zurückgelegt, ein Seilknoten weniger, aber die Gerüche waren wieder überwältigend und wir haben ja noch einige Reserven im Rucksack. Die ersten Erdbeeren werden extrem teuer eingekauft aber sie waren wirklich sehr groß , nicht so süß wie erhofft, aber gesund. Einige kleine Kaffees entlang des Flusses laden zum Ausruhen ein, aber überall sind schon Hundebesitzer mit ihren Begleitern, das Bild von umfallenden Tischen, Kaffeetassen und Kuchengabeln keimt in mir auf. Im Ferienhaus haben wir noch die Chremschnitten und den typischen slowenischen Schichtkuchen und eine freie Hundewiese. Der Weg ins Ferienhaus war nicht so lang, wir kehrten zum Auto zurück. Die Sonne schien vom wolkenlosen Himmel, zwei Menschen ein Gedanke : Wie weit ist es eigentlich nach Portorož, , das Meer lockte, das Navi gabt zirka eine Stunde Fahrzeit an, die Autobahnvignette ist für eine Woche bezahlt, ab zum Meer. Wir kennen diese Stadt, einige Osterferien haben wir dort verbracht, Eis gegessen, Minigolf gespielt, das Hotelhallenbad ausgiebig genutzt , aber mehr als 10 Jahre haben wir diesen für uns wunderbaren Ort nicht besucht. Vieles kam uns noch sehr bekannt vor, statt einer Ampel gibt es jetzt, wie überall einen Kreisverkehr, auch der Parkplatz ist unverändert, wir bewegten uns eilenden Schrittes zum Meer : Wasser! unsere Hündin zog an der Leine, ein Schild verbietet es Hunden ins Meer zu tauchen, wir waren aber nur am Rand die Pfoten wurden vom Salzwasser umspült, die Nase ins Wasser getaucht, oh je das Wasser schmeckte nicht, Wellen kommen auf unsere wasserverrückte Hündin zu, das war zu viel, am Kai war es sicher, da musste es doch noch eine weitere Möglichkeit geben ins geliebte Nass zu kommen, zahlreiche Versuche, immer Salzwasser und Wellen.DSC_0506

 

Wir trösteten mit Seilball und Spieleinheiten. Unsere Aktivitäten blieben nicht unbemerkt, ein Elektrorollstuhl nähert sich. Eine sehr elegante ältere Dame blieb mit ihrem Rollstuhl stehen, begrüßt uns in der Landessprache, wir können leider kein Slowenisch, versucht es mit sehr gepflegtem Englisch, wir plauderten ein wenig, die Hündin nähert sich ganz vorsichtig, wurde gestreichelt, der Hals des Tieres wurde länger, der Kopf wanderte auf die Oberschenkel, Chilli legte ihren Kopf auf eine vollkommen fremde Person, wir standen fassungslos daneben, die hyperaktive Chilli blieb einfach stehen, ließ sich streicheln. Dankbare Blicke trafen uns, viel Gesundheit und Freude mit diesem tollen Hund wünschte die Dame in wunderbarem Deutsch, wir hatten uns als Österreicherinnen in der Nähe von Wien vorgestellt, der Rollstuhl bewegte sich deutlich langsamere weiter, alle winkten einander zu, für mich ein wirklich berührender Augenblick. Hast du wenigstens ein Foto gemacht? Leider nein ,ich war von der Situation selbst überwältigt, Claudia ist im Bereich Altenpflege tätig weiß besser als viele andere, ihre Chilli hatte in den Alltag einer älteren Dame ein klein wenig Freude gebracht.

Langsam aber doch wollten wir den Nachmittag am Meer mit einer Portion Eis versüßen. Bitte nur Eis für unterwegs, die Cafés ware alle voll. „Nein, wir setzen uns an einen Tisch und genießen eine Riesenportion, die Hündin wird das verkraften“. Mein Puls steigt , Claudia fandden letzten freien kleinen Tisch mitten auf einer stark besuchten Terasse, ein frei laufender Hund bemerkte uns sofort, Panik, wie viel Bargeld habe ich für die auftretenden Schäden dabei ? Stille, Chilli wendete sich von der auf sie zu stürmenden Hündin ab, begleitete mich zum schon auf uns wartenden freien Tisch, legte sich entspannt hin und schlief ein. Ich war fassungslos, Kinder liefen vorbei, die Kellner mussten andauernd an uns vorbei, alles kein Problem, wir genossen unsere Riesenportion ein, es blieb noch Zeit für den Nachmittagskaffee. Erst als wir den Tisch verließen ein freundliches Jaulen; wie immer wenn wir zu Hause die Leine in die Hand nehmen.

Unsere Blicke streiften noch eine Weile über das Mittelmeer, wir spazierten noch ein schönes Stück am Wasser entlang, es war noch immer salzhaltig und lädt nicht zum Steine suchen ein. Langsam kehrten wir zum Auto zurück, ein wunderbarer Nachmittag neigte sich dem Ende.

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Die wenigen Tage in Slovenien vergingen viel zu rasch, auf der Heimfahrt stand der Besuch von Bled am Programm, ein schönes Fleckchen Erde, inmitten des Sees die kleine Kirche „Avalon“ lässt grüßen. Wir parkten das Auto, der verführerische Geruch von Wasser stieg in die Hundenase, ab zum See – kein Salzwasser, trotz Leine ungetrübtes Spielen am Ufer und am Rande des Sees. Wir gingen ein Stück am See entlang, Schneeflocken, kalter Wind, nein wir umrundeten den See nicht, ein Schwan am Ufer des Sees machte sich bemerkbar, besser nicht zurückbellen, hinter Frauchen ist es sicherer, wir gingen einfach weiter, am Ufer fanden sich einige Äste, die genauer untersucht wurden, eine Weile im Maul mitgeschleppt, ja ein Schäferhund braucht immer etwas zu tun. Wir vermissten unsere Winterjacken, die Sonne brach kurz durch die Wolkendecke, aber zu kurz um uns zu wärmen.

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Der Weg nach Niederösterreich war noch weit, wir machten uns auf den Weg zum Parkplatz, Chilli suchte die ins seichte Wasser des Ufers eintauchenden Steine, einige Enten flogen auf, ein durchnässter Hund wurde kurz mit einem Handtuch abgerieben, hoffentlich gibt es keine Erkältung, aber ein Schäfer -Huskymix hat ein dichtes Unterfell.

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Im Kofferraum des Autos wartete eine kuschelige Decke, kurz vor unserem Haus ein lautes Jaulen: „die Gegend kenne ich wir sind daheim!“ „Zu Hause verteidige ich auch wieder bellend mein Daheim, aber unterwegs habe ich besseres zu tun.“ Unseren sehr verständnisvollen Nachbarn ist die bellende Klingel schon abgegangen: Ein Schäferhund muss melden, danke für so viel Hundeliebe, aber nicht jeder Vogel, der am Zaun sitzt ist ein zu meldender Besucher, vielleicht versteht sie das auch einmal, Chilli ist erst 8 Jahre alt und sicher lernfähig.

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